Die richtige Dunkelkammer
Dieser Text soll ein kleiner Wegweiser für die Planung bzw. Einrichtung einer Dunkelkammer sein. Häufig ist diese Räumlichkeit ein Stiefkind der Röntgenpraxis und wird dem entsprechend schlecht umgesetzt. Wer kennt diesen Gedankengang nicht „Dafür findet sich dann schon irgendeine Ecke“? Klar, eine Ecke gibt es immer. Aber im echten Leben hängt man an einer Ecke entweder nur rum oder biegt vielleicht mal dort ab. In der Dunkelkammer dagegen wird gearbeitet. Dazu braucht man Platz und Arbeitsfläche. Aus diesem Grund muss man sich zuerst Gedanken machen und dann einrichten. Dazu wird überlegt, welche Geräte benutzt werden und welche in Zukunft benutzt werden sollen. Die Handentwicklung benötigt meist weniger Grundfläche als die Entwicklungsmaschine. Fängt man mit einem Tank an und will später „vergrößern“, sollte das auch möglich sein. Alle „kleinen“ Veränderungen, die später eintreten und bauliche Änderungen nach sich ziehen, sind teuer und zeitaufwendig. Natürlich ist es nicht immer möglich, sich in angemieteten Räumen so zu entfalten wie gewünscht. Es bestehen aber dennoch immer Möglichkeiten einen guten Kompromiss einzugehen, der später auch Veränderungen zulässt.
Wir wollen als nächstes zuerst einmal das Bild der idealen Dunkelkammer beschreiben. Was dann realisierbar ist und was nicht, hängt natürlich von den individuellen Gegebenheiten ab.
Ideal wäre nun (ein Dunkelraum und keine Kammer), die Größe der Dunkelkammer so wählen,
- damit man eine trockene und nasse Arbeitsfläche unterscheiden bzw. in diese Bereiche unterteilen kann.
- damit man nach einem Gerätewechsel (z. B. von Tank zu Maschine) immer noch ausreichend bis gut Platz hat. Ganz wichtig, die Geräte müssen dazu auch wieder aus dem Raum. Also Hände weg vom im Waschtisch eingelassenen Tank im Stile von formschön und wohnlich gestalteter Einbaudunkelkammer.
- damit die Reinigung oder Wartung (der Service wird es Ihnen danken) ohne die „mittlere Zirkusreife“ absolviert werden kann.
- damit das Einlegen des Filmes in die Kassette oder Entwicklungseinheit nicht nur auf gestreckten Zehenspitzen mit eingezogenem Bauch durchführbar ist.
- damit das Einlernen neuer Mitarbeiter/innen, zu zweit in diesem Raum, möglich ist!
Als Zubehör sollte man einen Wasserzulauf und -ablauf für Tank oder Maschine und Waschbecken einrichten. Den Wasserzulauf (für die Entwicklung wird nur „kalt“ benötigt) mit einem üblichen Schlauchhahn (1/2“, wie für eine Waschmaschine, Montagehöhe ca. 1,30 m) abschließen. Den Ablauf max. 50 cm hoch (für einen zusätzlichen Geruchsverschluß etwas tiefer, ca. 30 cm) im handelsüblichen 50 mm HT-Rohr enden lassen. Für eine Maschine ist es wichtig, dass die Rollenpakete wöchentlich gereinigt werden und dazu sollte das Waschbecken nicht zu klein sein. Ein frei befestigtes 40er Becken reicht nur für die Hände. Am besten ist ein Küchenspültisch geeignet. Ein eingelassenes Becken in einer Arbeitsplatte bietet sich für diesen Zweck natürlich auch an. Der Boden, teils die Wände, sollten abwaschbar sein, also gefliest oder ähnliches sein.
Der Anstrich bzw. die Farbe der Fliesen in einem hellen Ton wählen, damit das Rotlicht gut reflektiert wird – das macht den Raum wesentlich heller.
In der Dunkelkammer wird natürlich auch Strom benötigt. Man kann davon ausgehen, dass mindestens vier Anschlüsse vorhanden sein müssen: 1x Rotlicht, 1x Tank bzw. Maschine, 1x Filmbeschrifter und 1x freier Anschluß. Apropos Rotlicht – hier bitte darauf achten, dass die Leuchte so angebracht wird, damit man sich nicht selbst an wichtigen Stellen im Schatten steht. Hört sich unverständlich an, ist aber leicht erklärt: Vor einem steht z.B. der Tank, hinter einem befindet sich die Lampe, dadurch wird der eigene Schatten auf dem Tank abgebildet und so der nötige Sichtbereich auch dunkler. Besser wäre, die Lampe zwischen sich und dem Tank zu befestigen.
Diese Steckdosen sollten auch gleich so angeordnet werden, dass sie später in der Nähe der Geräte sind (das gilt auch für die „Wassergeschichten“). Dann wäre noch die Tageslichtbeleuchtung zu erwähnen: Den Schalter dafür im Raum, wenn möglich, nicht an der üblichen Stelle anbringen, sondern in der Höhe von 1,80 m bis 2,00 m. Das verhindert das unbeabsichtigte Einschalten durch „Körperkontakt“ während die 30 x 40 cm Filmpackung offen auf dem Tisch liegt. Für die Tageslichtbeleuchtung sollte auch nicht gerade die 15 Watt Glühlampe gewählt werden, eine helle Lichtquelle wie die gut bewährte Leuchtstoffröhre ist wesentlich besser. Es ist einfach schön, für die Reinigung oder den Service, den richtigen Durchblick zu haben.